Datenautobahn steht für jeden zur Verfügung

07.11.2000
Einmalige zukunftsweisende Projekte über Connect und TeleNec / Für Telefonie über Glasfasernetz laufen Tests

Neustadt. „Wir wollen uns als der Informations- Technologie(IT)- Standort im Landkreis schlechthin positionieren.“ Der Geschäftsführer von connect, René Leibold, hat ein festes Ziel im Auge, das seit Herbst 1997 beharrlich – und vor allem mit Erfolg – verfolgt wird.

Während in anderen Bundesländern Wahlkampf mit Schlagworten wie „Kinder statt Inder“ betrieben wird und die Bundesregierung händeringend nach der idealen Lösung für die „Greencard“ sucht, werden in Neustadt Nägel mit Köpfen, genauer gesagt: zum Teil Arbeitslose fit für die Datenautobahn gemacht. “Bei uns erhalten sie den Führerschein samt Auto“, so Leibold.

Connect kann inzwischen einiges für den Aufbau des Hightech-Standortes Neustadt in die Waagschale werfen. Dazu gehört zum Beispiel der Aufbau eines lokalen Informationssystems für Neustadt und den Landkreis Coburg. Als Hauptarbeitsfeld sieht der Telezentrum Geschäftsführer allerdings die Bildungsmaßnahmen, bei der Projektberater für Multimedia und Telematik ausgebildet werden. 

Das Connect- Telezentrum hat sich laut Leibold drei Standbeine geschaffen: 1.) Bildungsmaßnahmen im hochwertigen IT- und EDV- Bereich. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt. 2.) Seminare am freien Markt, speziell für Unternehmen und Verwaltungen und 3.) Internet-Dienstleistungen, bei denen alles außer der physikalischen Leitung geboten wird.

„Den lokalen Marktplätzen gehört die Zukunft“, gibt Leibold sich optimistisch. Und er sieht es als künftige Aufgabe an, dieses Projekt möglichst breit aufzuziehen. Erfreulich ist aus seiner Sicht, dass es von allen Kommunen inzwischen viele Anfragen gibt: „Eigentlich sind wir überall dabei.“

Leibold bricht dabei gleichzeitig eine Lanze für Neustadt: „Wir haben ein attraktives Lohnniveau, günstige Grundpreise, um auf der Datenautobahn zu arbeiten und treue Mitarbeiter.“ Über solche Vorhaben können durchaus viele Arbeitsplätze geschaffen werden. Bei connect sind es derzeit acht, in erster Linie sind dort Frauen beschäftigt, die auch einen Wiedereinstieg ins Berufsleben gesucht haben. Leibold ist durchaus optimistisch, dass es in den nächsten Jahren noch mehr werden könnten.

In den ersten zweieinhalb Jahren seit der Gründung von Connect erhielten 80 Personen eine qualifizierte Ausbildung. Derzeit laufen mit der Industrie- und Handelskammer zu Coburg Verhandlungen, um Schulungen zu übernehmen.

Natürlich läuft nichts ohne das den Stadtwerken angegliederte TeleNec. Die am 5. Februar 1998 gegründete Gesellschaft stellt die Leitungen zur Verfügung. Wie Geschäftsführer Manfred Rauch sagt, sei „ein wohl einmaliges Glasfasernetz“ rund um die Kernstadt gelegt worden, die den Anschluss von 6200 Kunden ermöglicht. Ziel ist der Aufbau einer eigenen Telefonie, die Testphase läuft dafür. Wie die zukünftigen Preise aussehen werden, will Rauch noch nicht sagen, aber Unternehmen wie Telekom sollen auf jeden Fall unterboten werden.

Quelle: Coburger Tageblatt aus dem Jahr 2000